rs-virus


05.02.2007

Das Wochenende ist vorbei und dein Husten wurde leider immer schlimmer, deine Atmung ist extrem schwer. Aus diesem Grund habe ich dich gleich heute früh zum Kinderarzt gebracht. Schwere spastische Bronchitis. Nachdem Dr. Haselberg Blut genommen hat und dich inhalieren lies, gab er uns eine Einweisung in die Uniklinik HD.

Wieder zu Hause angekommen rief ich gleich auf der Herzstation an und schlderte deinen Fall. Dr. G. meinte wir sollen uns dann in der kardiologischen Ambulanz melden, man würde versuchen dich auf die H5 aufzunehmen.

Ich packte so schnell es ging deine und meine Sachen und Papa der frühder von der Arbeit kam fuhr uns nach HD. Dort wurdes du kurz auf der kardiologischen Ambulanz abehört und von dort wurde dann hin und her telefoniert, wo du nun untergebracht wirst. Nach gut 2,5 Stunden durften wir dann doch auf die H5. Hier fing dann das komplette Programm an. Ausziehen, Fieber messen, wiegen, messen. Nach dem Anziehen wurde dir etwas Nasensekret abgesaugt um auszuschließen dass du den RS-Virus hast. Du hast gebrüllt wie am Spieß. Nachdem du dich wieder schön beruhigt hattest kam die Schwester mit dem Inhalator - oh weh den mochtest du schon beim Kinderarzt überhaupt nicht und du hast die komplette Inhalation durchgeschrien. Nun hatte ich wieder 15 Minuten Zeit dich zu beruhigen als es dann auch schon hieß Blutentnahme. Diemsal lies ich die Ärzte mit dir alleine, aber man konnte dich auf dem ganzen Flur hören.

Die Schwester brachte dich total aufgelöst zu mir. Du hast schnell eine kleine Portion getrunken und bist dann seelisch in meinen  Armen eingeschlafen. Jetzt wirst du wohl noch drei Mal inhalieren müssen und solltest du nicht enug Flüssigkeit zu dir nehmen bekommst du über Nacht noch eine Infusion. Ich denke im Großen und Ganzen dürften wir nun Tag 1 überstanden haben.

Zu früh gefreut, am ffühen Abend kam die erschreckende Nachricht. Es ist der RS-Virus. Da dieser Virus für Kinder in deinem Alter sehr gefährlich ist, wurden sogleich die uns bekannten Überwachungsmonitore angeschleppt. Im Schlaf sollst du an die Überwachung.

Deine Atmung wurde trotz der Inhalationen nicht besser und zu guter Letzt hast du auch die Nahrungsaufnahme gänzlich verweigert. Schwester Steffi die gute Seele legte dir rasch eine Magensonde, was widerum nur unter stärkstem Protest durchgeführt werden konnte. Sie sondierte dir 50 ml Milch und das Ergebnis war, dass du alles wieder ausgespuckt hast. Nun bekamst du die Milch mit einem Automaten sondiert, der ganz langsam die Milch abgab und diesmal blieb sie drin.

 

06.02.2007

Die Nacht war ein absoluter Horror! Du schliefst von 21:30 Uhr - 23:30 Uhr am Stück und dann nur noch je 20 Minuten - immer und immer wieder warst du am Schreien. Ich war fix und alle! Gegen 6:30 Uhr hab ich aufgegeben und habe den neuen Tag ziemlich schlaftrunken begonnen.

Die Nachtschwster hatte deine unruhige Nacht wohl protokolliert und die Frühschicht wusste Bescheid. Gegen 8 Uhr durfte ich dich zum ersten Mal selbst sondieren (ich denke bis all deine KH-Aufenthalte rum sind, kann ich als Hilfspfleger in jeder Kinderklinik anfangen). Es klappte ganz gut mit uns Beiden. Um 8:30 Uhr löste mich eine Schwesternschülerin ab, damit ich noch ein Frühstück bekam. Kurz vor 9 war ich wieder da und du lagst schreiend auf  Schwester Steffis Arm.

Dann kam die Visite, auch hier warst du fast nur am meckern. Dr. G. beschloss, dass du nun zusätzlich noch Kortison inhalieren musst, deine bestehenden Herzmedikamente hochdosiert werden und ein drittes "Lanitop" noch hinzukommt. Weiterhin wird man auch versuchen deinem Darm auf die Sprünge zu helfen.

Der Tag ging weiter wie die Nacht aufgehört hat. Inhalieren, schlafen, schreien, schlafen, schreien, sondieren.

Zwischendurch hast du noch einen Einlauf bekommen um den Darm zu leeren. Zusätzlich bekommst du nun vor jeder Mahlzeit noch 20 ml Apfelsaft für die Verdauung.

Nach meinem Mittagessen haben wir sogar geschafft eine halbe Stunde gemeinsam zu schlafen. Tat das gut!

Im Anschluss an unser Nickerchen kam eine Atemtherapeutin für dich und ich hatte das Gefühlt, es hat dir richtig gut geholfen. Die Therapeuting ging und gab quasi Papa die Klinke in die Hand. Er hatte bei deinem Anblick natürlich gleich wieder die Tränen in den Augen. Er war so neben sich, dass er die falschen Kleider und Getränke mitgebracht hat. Er hat dich ein wenig auf dem Arm getragen, hat bei einer Inhalation zugesehen und ging dann auch schon bald wieder.

Nun gab es wieder etwas zu trinken für dich und dank der Atemtherapie hast du sogar eine halbe Flasche "richtig" getrunken. Dann hast du wieder ein wenig geschlafen und ich habe mir einen Kaffee gegönnt und mich hingesetzt um diese Zeilen zu schreiben.

Der Rest des Tages ging noch mit einiger Aufregung über die Bühne, da du meintest du müsstest dir zwei Mal die Magensonde ziehen.

 

07.02.2007

Die Nacht war schon viel angenehmer. Du hast deine alte Mama von 21:30 - 23:30  und dann von 00:50 - 04:00 Uhr schlafen lassen. Danach war immer mal wieder ein paar Minuten Dösen drin. Der einzige bittere Nachgeschmack war, dass Du die Nachtsondierung fast gänzlich erbrochen hast.

Heute Morgen um 8 Uhr das selbe Spiel, jedoch mit dem Ergebnis, dass du sogar die Sonde erbrochen hast. Also wurde heute Sonde Nr. 4 gelegt. Da du immer noch nicht selbst trinken magst hat Papa dir heute mal deine Nahrung von zu Hause mitgebracht in der Hoffnung, dass du diese alleine trinkst und dir die Nahrung hier nur einfach nicht schmeckt.

Wäre ja schön, aber ich glaube noch nicht so recht daran. Naja, um 5 wissen wir mehr.

Heute hast du leider nicht geschlafen, als die Atemtherapeutin kam - du hast unentwegt geschrien bis sie aufgegeben hat.

Der Trick mit deiner Nahrung brachte einen Teilerfolg, du hast seit Tagen erstmals wieder 60 ml richtig getrunken. Der Apfelsaft hingegen brachte nur heftigstes Bauchweh und keinen Stuhlabgang.

Wie es in solch unnötigen Situationen sein muss, habe ich heute Zahnweh bekommen und gleich beim ZA angerufen. Morgen Früh fahr ich dann kurz nach Hause und Papa passt in der Zeit auf dich auf.

 

08.02.2007

Die Nacht war gut. Zumindest geschlafen hast du gut. Von 21 Uhr bis 2 Uhr, obwohl du um zwölf mit dem Inhalator gequält wurdest. Um zwei hast du dann 30 ml selbst getrunken und den Rest habe ich dir sondiert. Leider kam wieder alles raus. Gegen 3:30 Uhr war alles wieder friedlich und du schliefst. Um 6:30 Uhr quälte ich mich aus dem Bett und du schliefst glücklicherweise noch eine ganze Stunde weiter. Dann kam unser allmorgendliches Ritual wiegen, waschen,Temperatur messen, anziehen, inhalieren, trinken. Das Letztere hast du wieder komplett verweigert und dieses Mal hast du schon vor Ende der Fütterung alles erbrochen.

Die Schwester machte gerade dein Bett als Papa anrief, dass er nun da sei. Ich bat darum dich fertig zu sondieren und machte mich schnell fertig, damit ich zum Zahnarzt kam.

Knapp 2 Stunden später war ich mit einem Zahn weniger wieder da. Du hattest wohl nochmal gebrochen, schön alles auf Papa. War aber nicht schlimm, hatte ja auch Shirts zum Schlafen von Papa dabei.

Die Mittagsflasche hast du wirklich und tatsächlich komplett alleine getrunken. Du hattest aber auch einen Bärenhunger. Ab sofort stellten wir auch um auf Hungerfütterung und nicht mehr auf bestimmte Zeiten. So bekommen wir dich vielleicht eher zum Trinken. Würde doch so gerne mit dir nach Hause gehen. Inhalieren können wir zu Hause auch und mit Sicherheit viel besser schlafen!

Die Nachmittag und Nachtflasche hast du leider wieder nur je zur Hälfte getrunken. Du scheinst extrem müde zu sein.

Eine schöne Nachricht war, dass du ab sofort kein Lasix mehr brauchst, da Dr. G. gesehen hat, dass du kein Wasser einlagerst. Dafür musst du nun 25 mg Aldactone und 7 Tropfen Lanitop bekommen.

Ach ja noch was, dass du nun schnell operiert wirst, müssen wir uns wohl abschminken. Du musst mindestens 4 Wochen frei von diesem Virus sein, besserr länger - und so hat Dr. G. geäußert in den nächsten 4 Monaten!

 

09.02.2007

Heute wäre eigentlich dein großer Tag und Mama und Papa würden vor Angst fast sterben.

Stattdessen werden wir heute vielleicht nach Hause entlassen und es beginnt eine neue Zeit des Wartens. Es geht dir wesentlich besserr. Du trinkst inzwischen viel mehr selbständig als ich sondieren muss und gebrochen hast du seit gestern früh auch nicht mehr.

Heute Nacht war es auf Station sehr unruhig, was zur Folge hatte, dass du deine Nachtflasche bereits um 1 Uhr verlangt hast. Es war absolut verständlich, dass du nun auch früher wach werden würdest. So war es dann auch, Aber dank der sehr harten Vorschriften bei Herzkindern - was die Flüssigkeitsmenge angeht - musste ich dich dann von halb 5 bis halb 7 irgendwie bei Laune halten und von deinem Hunger ablenken. Es war hart aber irgendwie haben wir es geschafft.

Danach hast du bis zur Visite nochmal geschlafen wie ein kleiner Engel - und es war eine wunderschöne Visite, denn wir bekamen gesagt, dass wir nach Hause dürfen.

 

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